Reich & gut: Wie Bill Gates & Co.
die Welt retten.
Ueberreuter, Wien 2010
200 Seiten, EUR 19.95
ab 9. September 2010 im Handel

Helmut Spudich
Es gibt eine Verschwörung der Superreichen. Nein, nicht um eine weitere Steuersenkung zu erhalten, sondern um ihren Reichtum für gemeinnützige Aufgaben zu verprassen. Nicht die üblichen Almosen, die man für freiwillige Feuerwehr hier und Katastrophenhilfe da gibt. Sondern "serious money", hundert Milliarden Dollar bisher, die Amerikas 40 Reichste für Aufgaben wie die Bekämpfung tödlicher Kinderkrankheiten, Malaria, Aids, Armut in Subsahara-Afrika, für Bildungsreform oder Klimaschutz versprochen haben.
Die Rädelsführer: Bill Gates und Warren Buffett, notorische Anführer der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. "Giving Pledge" heißt die Aktion, mit der sie ihre Milliardärskollegen dazu überreden wollen, ihr Geld in überlebensnotwendige Aktionen zu investieren statt es weiterhin zu bunkern. 40 Milliardäre haben bereits in den letzten Wochen vor der Charme-Offensive kapituliert.
"Reich & gut" erzählt die Geschichte von Unternehmern wie Bill Gates, Ted Turner, George Soros, den SAP-Gründern Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dieter Hopp und Hasso Plattner, der Familie Freudenberg, dem Baumarktkaiser Martin Essl und vieler anderer denen das Geldzählen langweilig geworden ist und die ihre Berufung darin sehen, sich an den großen Problemen der Welt zu erproben.
Das Buch berichtet wie sich ein Friedensnobelpreisträger und Konzerne in Sozialunternehmen zusammentun, um Arme mit erschwinglichen Produkten statt mit Almosen versorgen, und wie in den Armenvierteln von Indien bis Nigeria kleine Sozialunternehmer Schulen aufbauen, um auch Kindern aus armen Familien eine Chance auf ein besseres Leben zu eröffnen.
Die Methoden der superreichen Wohltäter und Sozialunternehmer sind durch und durch kapitalistisch, auch wenn sie nichts daran verdienen, sondern entlang des Weges die angehäuften Milliarden in Saus und Braus für das Gute ausgeben. Das Buch ist ein Plädoyer für einen pragmatischen Zugang zur Lösung riesiger sozialer Aufgaben: Wir können uns nicht leisten, aus ideologischen Vorbehalten auf das Geld und die Methoden kapitalistischer Wirtschaft zu verzichten. Vielfach bringt die kapitalistische Sicht auf soziale Aufgaben manche überraschende neue Erkenntnis – und praktikable Lösungen im Interesse der Beteiligten.
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