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[Thema: Mit ungebrochen rasantem Wachstum drängt Indien auf die wirtschaftliche Weltbühne auch im Ausbildungsbereich.
Erschienen in: Der Standard, 18. Februar 2006] |
Spitzen-MBA zu indischen PreisenIndien wird auch auf dem Ausbildungsmarkt ein Global Player. Ein MBA ist für Europäer in Bangalore fast zum Schnäppchenpreis zu haben - wenn sie die harten Aufnahmetests bestehen.![]() Helmut Spudich Bangalore "Wir können europäischen Executives einen weltoffenen Mindset bieten. Indien ist politisch und kulturell sehr divers, es gibt hier nicht eine Art von Denken - man braucht hier sehr viel mehr Flexibilität, Geschäftsmodelle rasch anzupassen, wenn man bestehen will." Prakash G. Apte, Dekan des Indian Institute of Management Bangalore (IIMB) weiß, warum große europäische Unternehmen wie British Aerospace ihre Manager zur Ausbildung auf sein Campus schicken: "Sie lernen hier Dinge, denen sie in ihrer geradlinigen Konzernstruktur nie begegnen." Für seine exzellente Ausbildung von IT-Ingenieuren und Mediziner ist Indien bekannt; "Green Cards" für indische Akademiker schien nicht nur den USA, sondern auch Europa als Allheilmittel für den Mangel an eigener Arbeitskraft. Noch weniger herumgesprochen hat sich bisher, dass Indien auch bei Management-Ausbildungen Weltklasse zu bieten hat; das IIMB ist das einzige asiatische MBA-Institut, das sich einen Dauerplatz im Top-100-Ranking des Wall Street Journal errungen hat. Das Kernangebot des postgradualen Instituts mit einem weitläufigen Campus in Bangalore sind zwei Arten von MBA-Ausbildung, die jährlich rund 400 Absolventen hervorbringen - eine Art "Mainstream"-MBA sowie ein MBA für Software Executives. Zwei Jahre dauert die Standard-Ausbildung (es gibt eine dreijährige, berufsbegleitende Version), und für Europäer ist der Preis fast ein Schnäppchen: 8000 Dollar pro Jahr, inklusive Wohnen und Versorgung am Campus, "zwar kein Fünf-Stern-Hotel, aber fast Vier-Stern", sagt Apte. Aber der Zugang ist nicht nur eine Frage des Gelds, sondern auch der Qualifikation: Im vergangenen Jahr versuchten sich 150.000 Bewerber aus aller Welt am "Common Admissions Test", 1200 schafften die Aufnahme für die unterschiedlichsten Ausbildungen (neben den MBA gibt es auch Doktoratsstudien und Ausbildungen für die öffentliche Verwaltung), "die Chance aufgenommen zu werden ist geringer als eins zu hundert", sagt Apte. Dafür lohnt sich die - für indische Verhältnisse natürlich teure - Investition: "Innerhalb von drei Tagen haben alle unsere Absolventen einen Job. Die Firmen stellen sich bei Rekrutierungstagen an, um unsere Leute zu heuern." Das IIMB pflegt eine Reihe internationaler Partnerschaften, darunter seit kurzem mit der Wirtschaftsuniversität Wien, mit der es ein Austauschprogramm sowohl auf studentischer Ebene als auch für Professoren gibt. Neben den postgradualen Studien gibt es maßgeschneiderte Managementkurse für internationale Konzerne und Forschungsarbeit, wie für den Internationalen Währungsfonds. www.iimb.ernet.in |
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[ © 2006 Der Standard, Helmut Spudich ]
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